EVA - Für das Leben lernen

Zuletzt aktualisiert: 12 September 2017

Lernen ist eine komplexe Angelegenheit, die wissenschaftlich erforscht wird. Das Prinzip des Eigenverantwortliches Arbeitens (EVA) basiert auf neuen Ansätzen der Lernforschung und bereitet unsere Schüler auf die gewachsenen Ansprüchen unserer modernen Gesellschaft vor...

Lernen ist einerseits eine höchst individuelle Angelegenheit. Jeder Lernende muss Neues an seinem Stand „andocken“. Zum anderen spielt der gesellschaftliche Zusammenhang eine erhebliche Rolle: Er nimmt Einfluss auf den Lernprozess und legt die Anforderungen fest, die das spätere Leben für die Lernenden bereit hält. 


Unser Schüler, unsere Schülerin soll an der modernen demokratischen Gesellschaft teilnehmen können und wollen; das erfordert zahlreiche „Schlüsselqualifikationen“, viele verschiedene Kompetenzen, damit diese Teilhabe selbstbestimmt und in Selbstverantwortung befriedigend stattfinden kann. Die moderne Gesellschaft verlangt lebenslanges Lernen, darüber gibt es keine Zweifel mehr, und somit muss eine gute Schule und vor allem guter Unterricht auf diesen lebenslangen Lernprozess  vorbereiten und einstimmen, die Weichen dafür müssen  gestellt werden.

Diesen nie endenden Lern- und Bildungsprozess haben wir im Cornelius-Burgh-Gymnasium im Auge, nicht erst seit gestern, nicht erst seit Pisa. Wir versuchen seit vielen Jahren gezielt, mit unseren Schülerinnen und Schülern Lernstrategien zu entwickeln und das Lernen selbst zu reflektieren.

Im Zuge dessen haben wir Einzelelemente, die seit über 25 Jahren an unserer Schule praktiziert werden, zunehmend vernetzt und zu einem Profil ausgebaut, das wir bei uns das „EVA-Programm“ nennen: Formen eigenverantwortlichen Arbeitens.

Dieses Programm präsentieren wir regelmäßig, zum Beispiel anlässlich des Tages der Offenen Tür, wo wir einzelne Elemente zeigen und das Konzept erläutern.

Angefangen hat dieses Bemühen mit den Projektwochen zu Beginn der 80er Jahre, hinzu kam vor mehr als 15 Jahren die Verankerung der Freiarbeit in der Unterstufe, seit  vielen Jahren gibt es den Methodenkurs im Jahrgang 11, der noch einmal spezielle Lern- und  Arbeitsmethoden  der  Oberstufe fächerübergreifend vertieft, Projektarbeit, das Selbstlernzentrum u. v. m.  Die einzelnen Bausteine  werden regelmäßig überprüft und verbessert, die Qualität unserer Arbeit wissenschaftlich beobachtet (Forschungsschule NRW).

Inzwischen sind wir so weit, dass die EVA-Bausteine immer  mehr  in  den „normalen“ Unterrichtsalltag „einsickern“, von uns selbst oft gar nicht mehr als besonders wahrgenommen, es sei denn ein erstaunter Besucher, wie z. B. Fachleiter, veranlassen uns dazu, wieder einmal den „Außenblick“ einzunehmen.

Die eigenverantwortlichen Arbeitstechniken sind im besten Fall tägliche Routine unserer Schülerinnen und Schüler geworden, sie markieren, lesen im Überblick, formulieren Fragen, strukturieren, fertigen OHP-Folien an, halten Vorträge, können Spickzettel machen, ihre Zeit einteilen, ein Aufgabenheft führen, ihren Arbeitsplatz organisieren, Klassenarbeiten vor- und nachbereiten, protokollieren, diskutieren, Ideen finden, im Internet recherchieren, Powerpoint-Präsentationen erstellen, Diagramme machen, auswendig lernen, eine Bibliothek benutzen ... um nur einige Kompetenzen zu nennen.

Seit der Einführung des gebundenen Ganztags ist als weiterer Baustein des EVA-Konzeptes die Lernzeit hinzugekommen. Mehrmals im Laufe der Schulwoche finden sich die Kinder zur ruhigen Arbeit im LZ-Raum ein, wo jeweils eine Lehrkraft anwesend ist, falls Hilfe erforderlich ist. Die Aufgaben, die die Kinder erledigen, kommen aus ihrem jeweiligen Lernplan für die Fächer. Diese Arbeit ersetzt zum allergrößten Teil die bisherigen Hausaufgaben. Anders als in der FA muss ein Aufgabenpensum erledigt werden, aber wie und wann und wo und in welcher Reihenfolge, entscheiden die Kinder selbstständig. Auch die Organisation ihrer Lernzeit legen wir bewusst in die Hände der Kinder. Natürlich werden vorher gemeinsam die notwendigen Spielregeln erarbeitet und festgelegt. Für Kinder und Eltern ergibt sich durch die Lernpläne (die natürlich immer auch spontane Änderungen erfahren, denn Lernen ist kein maschineller Prozess) eine noch größere Transparenz.

Neben den beschriebenen Selbstlernkompetenzen und dem fachlichen Lernen wird im CBG auch Wert gelegt auf die Förderung der persönlichen Entwicklung, speziell in den Jahren der Pubertät. Diesen Entwicklungsprozess begleiten wir durch das Programm „Erwachsen werden“ von Lions Quest, ein von vielen Schulministerien empfohlenes Programm zum sozialen Lernen. Für uns die ideale Ergänzung zum EVA-Profil.

Wo das Lernen so bewusst im Mittelpunkt des Unterrichtsalltags steht, lernen natürlich auch Lehrerinnen und Lehrer.  Das  CBG ist ein „lernendes System“, d. h. es ist in Bewegung, im Prozess, und es kann auf neue Anforderungen reagieren und am Bewährten festhalten. So haben wir in den letzten Jahren durch externe und interne Fortbildung u.a. Formen des Kooperativen Lernens (Norm Green) in das EVA-Curriculum eingefügt.


Vgl. dazu: Spitzer, M.: Lernen. Gehirnforschung und die Schule des Lebens. Heidelberg – Berlin 2002; Weinert, F.E.: Lehren und Lernen für die Zukunft – Ansprüche an das Lernen in der Schule. In: Päd. Nachrichten Rheinland-Pfalz 2/2000; Projekt Selbstständige Schule. nrw: Lehren und Lernen für die Zukunft. Guter Unterricht und seine Entwicklung im Projekt „Selbstständige Schule“. 2. Auflage 2004; Klippert, H.: Methoden-Training; Ders.: Kommunikations-Training; Ders.:  Teamentwickllung im Klassenraum; Ders.: Eigenverantwortliches Arbeiten und Lernen; alle: Weinheim – Basel 1994 ff.

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