4 Berufs- und Studienorientierung in der SII

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Zuletzt aktualisiert: 02 Oktober 2017

Berufsorientierung ist in der Debatte der letzten Jahre um die Weiterentwicklung der Gymnasialen Oberstufe zu einem zentralen Stichwort geworden. Der ökonomisch-technische Wandel mitsamt seinen vielfältigen gesellschaftlichen und individuellen Folgen stellt herkömmliche Lebensentwürfe und berufliche Orientierungen in Frage. Die Entwicklung des Arbeitsmarktes und die Veränderungen an die Qualifikationsanforderungen eröffnen einerseits neue Chancen, neue Tätigkeitsfelder und neue Aufgaben; andererseits beinhalten die Schwierigkeiten der Prognostizierbarkeit der Qualifikationsverwertung auch erhebliche Risiken und die Gefahr von Fehlplanungen. Die aktuellen und künftigen Berufsbiografien unterliegen einem Wandel, der durch häufigeren Arbeitswechsel und evtl. Phasen der Arbeitslosigkeit gekennzeichnet ist. Jugendliche sind angesichts der vergangenen Bildungsreform, den vielen neu hinzugekommenen Möglichkeiten der Studien- und Ausbildungsverhältnisse und der hohen Anforderungen daran angewiesen, eigene Orientierungsentscheidungen zu treffen. Dabei dürfen sie nicht alleine gelassen werden. Deshalb ist das CBG bestrebt, in der Oberstufe bestmögliche Rahmenbedingungen ,für den Übergang Schule-Ausbildung-Beruf zu schaffen.

Im Jahrgang Q1, dem vorletzten Jahr der Oberstufe, werden analog zum Jahrgang 9 verstärkt berufswahlvorbereitende Angebote gemacht. Neben den regelmäßigen Angeboten der Bundesagentur für Arbeit in unserem Haus stellt das Schülerbetriebspraktikum (ab 2018/2019 im Jg. EF) mit seiner Vor- und Nachbereitung einen wesentlichen Schwerpunkt für die Studien- und Berufsorientierung unserer SuS dar. Sämtliche Angebote setzen einerseits Eigeninitiative und -verantwortung voraus, lassen dadurch auch gewisse Freiräume, etwa bei der Wahl der Praktikumsstelle (s. Kapitel 4.2), andererseits werden die Aktivitäten der SuS von uns begleitet, betreut und auch kontrolliert.

Die Q2 schließlich steht innerhalb dieses Konzepts im Zeichen einzelner konkret berufs- bzw. studienvorbereitender Maßnahmen, wie einer ZVS-Beratung für zentral zu vergebende Studienplätze (mit Numerus clausus). Hier geben natürlich auch Fachlehrer fachspezifische Tipps und Hilfestellungen.

Auch hier nehmen wir wieder bevorzugt die Leistungen der Bundesagentur für Arbeit in Anspruch, obwohl zunehmend attraktive Angebote aus der Privatwirtschaft vorliegen. erreichen unsere SuS über eine ständig aktualisierte Infomationsbörse im Aufenthaltsraum der Oberstufe.

 

4.1 Berufsorientierung und Fachunterricht

Das CBG hat es sich zur Aufgabe gemacht die Studien- und Berufsorientierung der SuS in der Oberstufe fortzusetzen, indem die Schule mit verschiedenen berufsorientierten Organisationen und Unternehmen aus der Privatwirtschaft zusammen arbeitet.

Die Grund- und Leistungskurse im Fach Sozialwissenschaft im Jahrgang Q1 nehmen jeweils an einem 4-stündigen Blockseminar des Kooperationspartners Volksbank Erkelenz teil. Das Blockseminar vermittelt sowohl fachliche Inhalte (Europäische Geldpolitik) als auch Fähigkeiten und Fertigkeiten zu Bewerbung und Selbstpräsentation.

Neben der Wiederholung von Bewerbungsschreiben und einer als job interview durchgeführten Unterrichtseinheit Im Englischunterricht können sich die SuS ein Überblick verschaffen über verschiedene Wege, ein Jahr im Ausland zu verbringen (z. B. gap year, exchange, studying abroad, work, travel, internship). Zusätzlich beschäftigen sich die SuS mit unterschiedlichen Textsorten zu Schul- und + Universitätsexposés sowie die Durchsicht von Stellenanzeigen.

Im Sinne der Konzepts der Berufs- und Studienorientierung am CBG finden auch in der Oberstufe Exkursionen zu Unternehmen und zu unseren Kooperationspartnern statt.

Die naturwissenschaftlichen Fächer (z. B. Biologie und Physik) und die gesellschaftswissenschaftlichen Fächer bieten Besuche in lokal ansässigen Betrieben (z. B. Forschungszentrum Jülich) und Ausflüge zu schulischen Partnern, wie z. B. die Volksbank undHegenscheidt an. Darüber hinaus werden in abgestimmten Zeiträumen Experten aus verschiedenen Berufszweigen eingeladen und fächerübergreifende Projekte durchgeführt. Hierzu zählt z. B. die Teilnahme an "Jugend forscht" oder an GIS-Projekten.

 

4.2 Das Berufspraktikum (KAOA-Standardelement)

Ein Betriebspraktikum hilft, den SuS der Oberstufe zu prüfen, inwieweit die Berufe, die sie dort kennenlernen, ihren Vorstellungen entsprechen. Grundlegendes Prinzip für die Durchführung ist, dass alle SuS sich ihren Praktikumsplatz selbst suchen, da wir es für wünschenswert halten, wenn die ersten Erfahrungen hinsichtlich der Stellensuche, der Bewerbung und Vorstellung in einem Betrieb möglichst realitätsgerecht gestaltet werden. Hinter dieser Vorgehensweise steht die Überzeugung, dass die angestrebte Selbstständigkeit nicht mit dirigistischen Maßnahmen, wie z.B. der Zuweisung eines SuS zu einer Praktikumsstelle, erreicht werden kann, es jedoch auch nicht ausreicht, die SuS lediglich für gewisse Zeiträume vom Unterricht freizustellen, um ihnen eine Berufsorientierung zu ermöglichen.

Selbstverständlich werden die SuS während des Praktikums von Lehrerinnen und Lehrern betreut und erhalten, wenn nötig Hilfestellung. Die SuS sind angehalten, einen Praktikumsbericht über ihre Erfahrungen zu verfassen. Eine Sammlung von Praktikumsberichten, in der Bibliothek der Schule archiviert, dient nachfolgenden Jahrgängen als Informationsquelle.

 

4.3 Eltern- und Schülerinformationsabende

4.3.1 "Wege nach dem Abitur"

Die Abendveranstaltung für Eltern von SuS der Oberstufe liegt in den bewährten Händen des für die Schule zuständigen Berufsberaters der Agentur für Arbeit. Eine spezielle Elternveranstaltung erscheint uns wichtig, da erfahrungsgemäß Eltern nach wie vor eine entscheidende Rolle bei der Berufs- und Studienwahl der SuS spielen und außerdem Aspekte der weiteren (Aus-) Bildungsganges in den Blick nehmen, die von SuS zunächst weniger beachtet werden.

Die thematischen Schwerpunkte dieser Veranstaltung sind:

 

4.3.2 Informationsabend Duales Studium (Kreis Heinsberg)

Diese Veranstaltung organisiert der Kreis Heinsberg jährlich an wechselnden Schulstandorten. MitarbeiterInnen der Arbeitsagentur und des Kreises präsentieren den SuS und Eltern in Anlehnung an das duale Ausbildungssystem Möglichkeiten der Kombination eines Hochschulstudiums mit fest integrierten Praxisblöcken in Unternehmen. Von „klassischen“ Studiengängen unterscheidet es sich durch einen höheren Praxisbezug, der abhängig von Studiengang und Hochschule variiert. Differenziert wird das Duale Studium in einpraxisintegriertes Studium (Studium + Berufserfahrung mit einem Stipendium) und in ein ausbildungsintegriertes Studium (Ausbildung + Studium mit einem Ausbildungsvertrag).

 

4.3.3 Schüleraustauschprogramm mit YFU

Zusammen mit YFU-Organisationen (Youth for Understanding) in rund 50 Partnerländern setzt sich dieser Verein für interkulturelle Bildung, für Demokratieerziehung und die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung ein, indem er jungen Menschen die Möglichkeit bietet, eine andere Kultur als Mitglied einer Gastfamilie zu erleben und neue Perspektiven zu gewinnen. Jährlich entsendet YFU rund 1.200 deutsche SuS ins Ausland und nimmt circa 600 Jugendliche aus anderen Ländern in Deutschland auf. Seit YFU Deutschland 1957 gegründet wurde, haben rund 60.000 Jugendliche ein Schuljahr im Ausland verbracht. YFU ist ein gemeinnütziger Verein und als Träger der freien Jugendhilfe anerkannt.

Austauschprogramm der YFU (Youth for understanding)