Hundezirkus am CBG

Zuletzt aktualisiert: 09 Oktober 2017

Ein ‚Feuerreifen‘, vier konzentrierte Dompteure und ein wagemutiger Hund brachten die Zuschauer am letzten Mittwoch ins Staunen. Der tapsige Schulhund Garlic und die „Vier-Pfoten-AG“ verwandelten den Burgh-Keller des Cornelius-Burgh-Gymnasiums in eine Manege der Hundedressur...

Der vierjährige Wällerrüde sprang über Stäbe, überwand Hindernisse, lief Slalom durch die Beine der Schülerinnen und meisterte ohne Probleme den ganzen Parcour der Hundeakrobatik, als ob er genau wusste, dass er in diesem Hundezirkus die Hauptrolle spielte und die Erwartungen seiner Hundedompteurinnensowie der Zuschauer nicht enttäuschen konnte. Das vielseitige Repertoire der Kunststücke hatten die vier Schülerinnen unter der Leitung von Frau Maahsen zusammen mit dem tapsigen Garlic mit viel Kreativität, Geduld und Sachverständis ein ganzes Schulhalbjahr einstudiert.

Allerdings war die Arbeit mit dem Vierbeiner nicht immer einfach! Wie macht man es einem Hund verständlich, durch „brennende“ Reifen zu springen? Auch wenn bei dem ‚Feuerreifen‘ die Flammen lediglich aus angeklebter Pappe bestehen, ist solch eine Konstruktion selbst für den unerschrockenen Garlic zunächst unheimlich und ungewohnt. Was nun? Lösungen mussten gesucht und die Situation des Hundes musste verstanden werden. Gemeinsam kamen die Schülerinnen darauf, erst einmal auf das Wackeln der Reifen zu verzichtenund Garlic Sicherheit beim Durchspringen zu geben. Mit gutem Zuspruch und vielen Leckerlies als Belohnung bauten die Schülerinnen nach und nach Vertrauen zu Garlic auf. Auch wenn Garlic seine Ohren manchmal auf „Durchzug“ stellte, so erreichten sie mit Geduld und Ausdauer doch, dass er ihnen im Training und schließlich auf der Bühne die volle Aufmerksamkeit schenkte sowieden Anweisungen seiner Trainer bereitwillig folgte. Am Ende der Aufführung strahlen dann die Gesichter vor Stolz und Zufriedenheit über die gemeinsam vollbrachte Leistung.

Garlic ist am erkelenzer Gymnasium nicht nur in der „Vier-Pfoten-AG“ zu finden, er arbeitet zudem als ausgebildeter „Schulhund“ imBereich der tiergestützten Pädagogik. Vor einigen Jahren absolvierten Garlic und seine Hundeführerin Frau Maahsen für ein entsprechendes Zertifikat eine intensive, stufenweise Ausbildung in Theorie und Praxis. Das Team aus Hund und Pädagogin tragen seitdem dazu bei, dass nach Bedarf in manchen Unterrichtseinheiten eine lernförderliche Atmosphäre geschaffen undsomit Lernprozesse positiv beeinflusst werden. Auf Wunsch der Schüler und Schülerinnen besucht Garlic auch den eignen Unterricht von Frau Maahsen. Jene merken dann schnell, dass Garlic nur dann seine Runden durchs Klassenzimmer zieht, wenn er sich wohlfühlt. Das ist er vor allem dann, wenn es ruhig ist, er gestreichelt wird und zum Nächsten gehen kann, wenn er es möchte.

Darüber hinaus unterstützt der Schulhund einmal wöchentlich auch die Schulsozialarbeit. Er gibt dann Anlass, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich auszutauschen. Im direkten Kontakt mit dem Tier durch Anfassen, Streicheln und Liebkosen kann sich letztlich eine Atmosphäre von Wärme und Geborgenheit entwickeln. Dann entsteht kein Druck, sich sprachlich äußern zu müssen, Schüler erfahren so Akzeptanz in ihrer Situation und können Schwellenängste leichter abbauen.