Lumbricus-Bus macht Stop fürs CBG

Zuletzt aktualisiert: 31 März 2017

Was macht die Qualität eines Gewässers aus? Welche Methoden und Geräte brauchen die Gewässerökologen in der Praxis, um die Gewässergütekarte mit zahlreichen der nahezu 10.000 Fließgewässer in NRW darzustellen? Diese und andere Fragen können die Schüler/innen des Leistungskurses und eines Grundkurses nach den beiden Projekttagen (29.3. und 30.03.2017) beantworten...

Die Schülerinnen und Schüler führten in Hückelhoven-Ratheim eigene professionelle Gewässeruntersuchungen durch, ein idealer Standort, um die Rur als Fließgewässer und ein Standgewässer, den Adolfosee, miteinander vergleichen zu können.
Eine Gewässeranalyse besteht nicht aus einer Reihe von Einzelergebnissen, sondern aus vernetzten, interdisziplinären Beobachtungen und Untersuchungen aus den Fachbereichen Biologie, Chemie und Geographie.

Die Jungforscher hatten viel zu tun: Einige durchquerten in hohen Wathosen die Rur, gegen die teilweise starke Strömung durch ein Seil gesichert, um das Relief zu vermessen und später ein maßstabgerechtes Profil zu zeichnen. Andere bestimmten akribisch die Pflanzen am Ufer, von denen viele Anzeiger für nährstoffreichen Boden sind oder untersuchten mit Sonden, Tröpfchen- und Farbtests die chemische Wasserqualität. Die Biologengruppe fing mit dem Kescher zahlreiche Wirbellose. Wirbeltiere wie die aalartigen Neunaugen und Frösche wurden fotografiert und dann sofort unversehrt in die Natur entlassen, wie auch später die untersuchten Wirbellosen.

Die Schüler/innen waren mit Engagement und, wie man sieht, auch mit Spaß dabei.
Teamfähigkeit und Kooperation waren gefragt, denn die Chemiker mussten sich bei Problemen, die das Gewässerprofil betrafen, an die Gewässerstrukturgeografen wenden. Die Arbeitsgruppen lernten so schnell, dass sie sich untereinander vernetzen mussten, um alle Aufgaben zu lösen und vergaben schließlich, nachdem alle Ergebnisse zusammengetragen worden waren, für die Rur auf der Gewässergütekarte die Note „gut“.

Die Schüler/innen erlebten Forschung bei dieser Aktion hautnah. Vor allem diejenigen, die unfreiwillig in der Rur baden gingen.
Als Arbeitsergebnis steht jedem Untersuchungsmitglied ein eigener Kursfilm zur Verfügung, auf dem Regina von Oldenburg (Natur- und Umweltschutzakademie NRW) Fotos vom Tag zusammengetragen, der Kurs seine Arbeitsergebnisse dokumentiert und viele Wirbellose „live“ unter der Stereolupe gezeigt und erklärt hatte und der eine hervorragende Zusammenfassung und Lerngrundlage, auch schon im Hinblick auf das Abitur darstellt. 

 

Forschen mit Engagement und Spaß -

Girls Power in der Gruppe: Gewässerstrukturgüte

 

 Ein wenig "Titanic": Im Kampf mit der Strömung

 

 

Nur mit Teamwork zu bewältigen:

Vermessung des Flussprofils

Die Gruppe Biologie auf der Jagd an der Rur

 

 

Hintergrundinformation:
LUMBRICUS – der Umweltbus der Natur- und Umweltschutzakademie NRW in Recklinghausen (NUA) ist als mobile Umweltstation in ganz NRW unterwegs. Mit der technisch hochwertigen Ausstattung können Wasser-, Boden-, und Lärmuntersuchungen direkt im Gelände vorgenommen werden. 28 Arbeitsplätze und eine mobile Laborausrüstung mit Mess- und Analysegeräten, Arbeitsmaterialien für den Naturkundeunterricht sowie Videoanlage, Digitalkameras und PC zu Dokumentationszwecken gehören zur  Ausrüstung.
Die Untersuchungen mit dem LUMBRICUS sind in drei Phasen aufgebaut:
1. Erkundung der Umgebung, Sammlung von Material, Durchführung von Messungen
2. Analyse der Proben und Daten im Bus
3. Zusammenführung aller Informationen wie ein Puzzle und Dokumentation des Zustands und der Entwicklung des untersuchten Lebensraumes.

(KFi)