Die Schüler-Akademie

Zuletzt aktualisiert: 29 September 2015

Schülerinnen und Schüler des CBG nehmen häufig bei der sogenannten "Schüler-Akademie" teil. Was es damit auf sich hat, lesen Sie hier in Form eines Schülerberichtes...


Bericht zur Schülerakademie 2011 Braunschweig (von Teresa Jumpertz)
23. Juli 2011

Mein Name ist Teresa Jumpertz. Zur Zeit bin ich Schülerin des 13. Jahrgangs am CBG.
Für mich fand die Deutsche Schülerakademie im Sommer 2011 in Braunschweig statt. Nachdem mich Herr Wittmann vom CBG zuvor für die Teilnahme an der Deutschen Schülerakademie empfohlen hatte, freute ich mich sehr, dass ich nach einiger Zeit tatsächlich eine Zusage bekam und der Erstwunsch meiner Kurswahl „Mediale Darstellung der Großstädte im 20. Jh erfüllt wurde, trotz enorm hoher Bewerberzahlen.

Noch vor Akademiebeginn bekam ich ausreichend Vorbereitungsmaterial zugesandt, anhand dessen ich ein Referat halten sollte. Diese Materialen waren für jeden Teilnehmer unterschiedlich, sodass sich unsere Vorträge optimal ergänzen und erklären sollten. In meiner Aufgabe sollte ich auf die historisch ereignisreiche Zeit zwischen den 20ern und 30ern in Berlin, sowie die Vorkriegs-,Kriegs- und Nachkriegszeit in New York eingehen.

Dann kam auch endlich der Anreisetag, an dem ich mit der Bahn nach Braunschweig gefahren bin. Gleich beim Ausstieg aus dem Zug begegnete ich Hanno, der, wie es sich dann herausstellte, auch Teilnehmer der Schülerakademie war. Am vereinbarten Treffpunkt angelangt, warteten schon viele weitere Teilnehmer auf den Gepäcktransport.

Zu Fuß ging es dann zum Glück ohne Gepäck in das Internat. Ohne jegliche Schwierigkeiten ergaben sich Gespräche und sogar Diskussionen über Politik oder andere aktuelle Geschehnisse. Bereits an dieser Stelle war ich beeindruckt von dem Engagement, das hier anscheinend jeder an den Tag zu legen schien, und das nicht nur auf schulischer Ebene.

Mit über 110 Teilnehmern aus 10 verschiedenen Nationen hatte die DSA schon fast den Anschein eines internationalen Treffens. Gleich zu Anfang war eine klar strukturierte Organisation zu erkennen. Es gab ein festes Gerüst des Tagesablaufs.

Durch immer wieder neue sprachliche Einlagen der jeweils ausländischen Teilnehmer wurde jedem anderen Teilnehmer die Sprache des anderen näher gebracht. So wurde z.B. morgens grundsätzlich ein Tagesplan vorgetragen, einmal in Deutsch und einmal in einer unbekannten Sprache.

Dieser Tagesplan wurde täglich morgens in einem Plenum vorgstellt, bei dem alle anwesend zu sein hatten, was mit fortlaufender Zeit aufgrund von aufkommender Müdigkeit immer schwieriger wurde. Der eigentliche Kurs fand in zwei Schichten statt: eine am Morgen und die andere am Nachmittag.

Jedoch beanspruchte die Zeit des Kurses in keinster Weise den ganzen Tag, sodass sehr viel Zeit für „kursübergreifende Aktivitäten“ blieb.

Kursübergreifende Aktivitäten bezeichnen wirklich alles. In dieser Zeit konnten ebenfalls von den Kursleitern als auch von uns den Teilnehmern Kurse angeboten werden. Sinn dieser KüAs war, das Wissen des einen mit den anderen zu teilen, was mich dann dazu gebracht hat einen Tanzkurs, einen Rhetorikkurs und einen Wetterkurs zu belegen.

Da der Tanzkurs mehr oder weniger selbsterklärend ist, werde ich nun exemplarisch den Rhetorikkurs vorstellen: Dieser Kurs wurde von Sven, einem Teilnehmer, organisiert und hat sich mit vielen verschiedenen Aspekten rund um Rhetorik beschäftigt. So haben wir die Abtrittsrede von Guttenberg in Videoform angeschaut und seine Mimik und Gestik nach seiner Intention analysiert. Dann haben wir uns den eigentlichen Inhalt seiner Rede vorgenommen und verschiedenste rhetorische Mittel darin vorfinden können. Nach mehreren dieser Theoriestunden haben wir dann eine praktische Übung gemacht, in dem wir deutliches, spontanes und selbstbewusstes Reden fördern sollten (z.B. haben wir Fremdwörter an die Tafel geschrieben, eine Person ausgelost, welche dann ohne Vorbereitungszeit diesen Begriff erklären musste). Daran anschließend haben wir dann selbst eine Rede geschrieben und versucht eine Meinung unserer Wahl mit möglichst vielen passenden rhetorischen Mitteln zu spicken.

Schlussendlich in der letzten Woche haben wir uns dann Debatten zugewandt und über den zu diesem Zeitpunkt sehr präsenten Atomausstieg debattiert. Auch an dieser Stelle war ich beeindruckt von dem unglaublich umfangreichen Allgemeinwissen, das jeder vorweisen konnte. So gab es niemanden, der sich zu diesem Thema noch keine fundierte eigene Meinung gebildet hatte. Nach der Debatte fand dann ebenfalls eine Analyse unserer eigenen Argumentationsweise statt. Dies war übrigens üblich für alle Kurse: Alle spezifisch praktizierten Übungen wurden später auf Sinn und Inhalt analysiert und dann verallgemeinert um ein Arbeitsergebnis festhalten zu können.

Im Mittelpunkt der gesamten 3-wöchigen Akademie war die „Doku“. Die Dokumentation sollte all unser neu errungenes Wissen dokumentieren und belegen. So wurden nicht nur neue Dinge erarbeitet, so wie in meinem Kurs die Analyse spezifischer literarischer Texte, sondern auch für später festgehalten und somit auch noch gelernt werden, wie man neu Gelerntes in Schriftform festhalten kann.

Zum Alltag, der sehr schnell einkehrte, lässt sich nur sagen, dass kein Tag wie der vorherige war und täglich neue Möglichkeiten auf uns zu kamen. Schon nach kurzer Zeit hatte man viele neue interessante Menschen kennengelernt, die alle aus den verschiedensten Teilen Deutschlands als auch der Welt kamen. So haben wir morgens ein geselliges Frühstück gehabt, sind gemeinsam in die Kurse gegangen und haben anschließend unsere lange Pause miteinander verbracht. Jede kursfreie Zeit war aber keine verlorene Zeit. Ganz im Gegenteil, denn KüAs, waren zu jeder Tages und auch sogar Nachtzeit präsent.

Mit fortlaufender Akademiezeit haben sich wirklich neue Freundschaften ergeben, über die ich sehr froh bin, weil ich weiß, dass ich diese Menschen ohne die DSA niemals kennengelernt hätte.

Das Faszinierende an der Akademie war die Freiwilligkeit und Interessiertheit in all unseren Arbeitsabläufen. Niemand wurde gezwungen oder unter Druck gesetzt irgendwelche Aufsätze, Referate o.ä. zu machen. Alles fand auf freiwilliger Basis statt und nie, wirklich nie, gab es eine Situation, an der etwas nicht geschafft wurde. Alle 110 Teilnehmer haben derart engagiert an ihren Projekten und Kursen gearbeitet, dass ein unglaublich dynamisches Gefühl entstanden ist. Egal, welche Aufgabe zu vergeben war, es fanden sich immer mehr Menschen als nötig um zu helfen, etwas vorzubereiten oder aber sogar um etwas fachlich zu erarbeiten.

Letztendlich kann ich nur sagen, dass die Schülerakademie eine tolle, wirklich einzigartige Erfahrung in meinem Leben war, die ich gewiss nie vergessen werde. So viele wissbegierige und tolle Menschen auf einem Fleck vorzufinden, mit denen man gemeinsam eine tolle Zeit erleben kann, in der man auch noch ungemein weiterlernt, ist einfach ein unbeschreiblich tolles Gefühl.

Vielleicht noch sehr wichtig anzumerken ist, dass ich schulisch zwar nicht schlecht aber mit einem Schnitt von 1,8 auch nicht gerade ein Überflieger bin. Durch mein Engagement in der Kirche und andere soziale Tätigkeiten wurde es mir trotzdem ermöglicht an diesem Erlebnis teilnehmen zu dürfen. Also keine Angst, falls keine „0“ vor dem Komma steht. Bei der DSA zählen schulische Noten nicht die Hauptrolle, obwohl zweifelsohne sehr intelligente Schüler dabei waren. In meinem engeren, dort entstanden Freundeskreis war ich zum Beispiel die „Schlechteste“.

Die DSA hat mein Selbstbewusstsein gestärkt und zwar in der Form, als dass mir dort ein riesiges Vertrauen in mich und meine Fähigkeiten entgegen gebracht wurde, die ich nun für mich als bestätigt sehe und sogar dank der DSA noch weiter ausbauen konnte.

Eine durch und durch einzigarte Möglichkeit, aus seinen Fähigkeiten bzw, Begabungen noch mehr zu machen.